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Letzt Woche ging es in Teil 1 um die Festplattenabgabe, heute um die Internetabgabe.
Der Grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl hat die Idee aufgebraucht, auf jeden Breitbandanschluss eine Gebühr von 5 Euro einzuheben. Im Gegenzug dazu soll der Up- und Download von Bildern, Musik, Serien und Filmen für den Privatgebrauch straffrei bleiben. Quasi eine Generalamnesie für alle Raubkopierer.
So gut die Idee für manche im ersten Moment vielleicht auch klingt, so undurchdacht ist sie.
Die Internationalen Fernmeldeunion definiert Breitband ab einer Verbindungsgeschwindigkeit von 2048kBit/s, die österreichische Regulierungsbehörde sogar ab 144kBit/s, das wirft somit die Frage auf, ob damit nicht nur der herkömmliche Internetanschluss betroffen wäre, sondern auch der Zugang übers Mobilfunknetz und somit mache Personen gleich zweimal zur Kasse geben würden.
Wie auch bei der Festplattenabgabe stell sich hier die Frage, warum jemand zahlen sollte, der zwar einen Internetzugang hat, diesen aber gar nicht für den Download von urheberrechtlich geschütztem Material benützt. Hier wurde ebenfalls mit Steuern für den Autobahnbau argumentiert, dieses Argument greift aber, wie schon erklärt, zu kurz.
Das ist jetzt sehr theoretisch aber, sollte damit wirklich der Download endgültig legalisiert werden und dadurch die DVD Verkäufe einbrechen, möchte ich mitansehen, wie das großen internationalen Vertrieben erklärt wird. Ich denke nämlich nicht, dass diese sich mit einem Anteil aus der Internetabgabe zufrieden geben würden. Vorallem, da diesbezüglich sicher auch keine Lizenzenvereinbarungen ausgehandelt werden würden.
Das führt gleich zum Nächsten. Zinggl mit Software feststellen, welche Inhalte genutzt werden und so die Abgabe entsprechend verteilen. Jeder Nutzer kann also mitbestimmen, wer einen Anteil seiner 5 Euro erhält. Dies soll aber keine Pflicht sein, sondern nur freiwillig stattfinden. Ich für meinen Teil denke nicht, dass sich da viele finden werden, die freiwillig Spionagesoftware auf ihren Rechnern installieren.
Wie auch schon bei der Leerkassettenabgabe bzw. der Festplattenabgabe will man es sich hier auch einfach leicht machen. Geld einheben und das dann nach irgend einem Schlüssel den Urhebern zukommen lassen. Der Konsument erhält scheinbar Rechtssicherheit, die Verwertungsgesellschaft Geld und alle sind scheinbar happy. Dazu muss aber auch hier einen ganz anderen Ansatz geben.
Es muss doch Wege geben, andere Vertriebsmöglichkeiten auch in Österreich anzubieten und den Konsumenten entscheiden lassen, wofür er sein Geld ausgibt. Wie oft predige ich, endlich ein System wie Netflix auch in Österreich anzubieten. Für 7,99 US Dollar pro Monat haben derzeit Kunden in 43 Ländern weltweit die Möglichkeit Filme und Serien on demand anzusehen. 2012 sind in Europa neben dem Vereinigten Königreich auch die Skandinavischen Länder dazu gekommen. Auf Grund des kleinen Sprachraums werden in Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark Filme und Serien im Originalton gezeigt, da haben es solche Betreiber natürlich auch einfacher. Ich bin mir aber sicher, das sich auch da ein Modell finden lassen würde, in dem man zuerst alles im Originalton zeigt und später auch die synchronisierte Fassung anbietet. Wie so oft, scheitert es aber am Willen der Rechteverwerter.
Natürlich würde sich Netflix und Hulu auch jetzt schon nutzen lassen, wenn man einen US Proxy vorschwindelt, aber das ist ja auch wiederum nur eine halbe Sache.
Das sich etwas tun muss, sollte jeden klar sein, denn die Vorratsdatenspeicherung, eigentlich eingeführt zur Terrorismusbekämpfung, soll möglicherweise zukünftig auch dazu dienen, Raubkopierer auszuforschen. Hier soll ein einmal eingeführtes Gesetzt mithilfe einer Salamitaktik entsprechend erweitert um die eigentlichen Wünsche der Lobbyisten zu befriedigen.
In einem Bericht der futurezone meint der Rechtsanwalt und Generalsekretär des Vereins für Antipiraterie zwar, dass Täter über dynamischen IP Adressen praktisch nicht ausgeforscht werden können, da ihnen als Privatankläger die ISP aus Datenschützgründen keine Auskunft erteilen dürfen. Manche Provider übermitteln die Daten aufgrund von Rechtsunsicherheiten aber trotzdem.
Da sind soviele Personen damit beschäftigt, Raubkopierer ausforschen, abzumahnen usw., die hätten doch auch schon längst Lizenzverhandlungen starten können und ein entsprechendes Vertiebsmodell auf die Beine stellen können. Was Apple mit iTunes bei der Musik weltweit geschafft hat, muss doch auch mit Serien möglich sein.










