Test Drive: Renault Scénic

Renault Scenic. Foto: Renault/Auto-Reporter.NET

Nachdem beim Clio das erste Pickerl fällig war, kam er gestern in die Werkstatt. Die großen Autohäuser liegen ja meist im nirgendwo, deshalb und aus anderen Gründen, war es nicht verkehrt ein Erstatzwagen zu bekommen. Gut, leider nicht unbedingt ein Fahrzeug wie Richard es auf sechstergang.at vorstellt, aber trotzdem ist der Scenic ein guter, weil topausgestatteter Ersatz.

Man hat mir gestern dann keinen Schlüssel, sondern eine Keycard in die Hand gedrückt, mit der sich neben dem Auf- und Zusperren auch der Kofferaum extra öffnen und das Standlicht einschalten lässt. Kaum eingestiegen, plötzlich ein summen rund um mich herum, kurze Verwirrung, aber dann sehe ich wie sich die riesigen Außenspiegel automatisch ausklappen.

Starten lässt sich das Teil mittel Startknopf, auch wenn das schon in verschiedensten Automarken gang und gebe ist, finde ich das immer noch total lässig, hat irgendwas von James Bond. Gut, in einem Renault vielleicht weniger, aber immerhin.

via speedheads.de

Befremdlich ist das Armaturenbrett genau in der Fahrzeugmitte, wo der Tacho nicht als analoge Drehanzeige eingebettet ist, sondern in Digitalziffern auf einem LCD für jeden Mitfahrer gut ablesbar ist. Mich persönlich nervt das, es muss die hinterste Reihe nicht wissen, dass ich wieder mal 5km/h über der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit unterwegs bin. Insgesamt lassen sich ca. 10 verschiedene Darstellungsmodi der Geschwindigkeit und weiterer Anzeigen am Display einstellen.
Rechts daneben befindet sich die Anzeige für den Radio und in dieser Edition, auch für das fix verbaute TomTom Navigationsgerät, welches ebenso gleich mal getestet werden musste. Das schaltet man aber freiwillig nach 500m wieder ab, da auf jede Geschwindigkeitsübertretung und auf jeden fix aufgestellte Radarkasten mit einem nervig piepsenden Geräusch aufmerksam gemacht wird.

Fast überdimensional groß ist der Platz, der dem Fahrer geboten wird, im Verleich zum Clio bin ich das gar nicht gewohnt. Auch die erhöhte Sitzposition und der gut einstellbare Sitz mit einer vernünftigen Kopfstütze ist absolut gelungen. Wie es mit dem Platz in der hinteren Reihe und im Kofferraum aussieht habe ich nicht getestet.

Eigenartig ist die elektronische Feststellbremse, die sich per Wippschalter feststellen und auch lösen lässt. Wobei, lösen muss man sie gar nicht, man kann auch so losfahren, dann wird sie automatisch gelöst. Sicher ein Vorteil für diejenigen die, wenn es steil bergauf geht zuerst mal einen Meter zurückrollen.

Mit dabei auch eine Park-Distance-Control vorne und hinten, die hintere wird zusätzlich durch eine Rückfahrkamera unterstützt.  Angezeigt wird das Kamerabild in der Anzeige des Navigationssystems.

Die Zonen Kilmaautomatik, einstellbar für Fahrer- und Beifahrer kann man auch nicht bemängeln. Es gibt einen Button “Fast” um das Auto im Sommer schnell runter zu kühlen, und einen Button “Soft” um Zugluft zu minimieren.

Das wichtigste, der Motor, ich hatte das Dieselmodell mit 130 PS, nicht die Welt, aber immerhin um 40PS mehr als vom Clio gewohnt. Das macht schon Spaß mal bisschen mehr Beschleunigung zu spüren und zu wissen, dass sie da ist, wenn man sie mal für ein Überholmanöver benötigt.

So ausgestattet sicher ein gutes Auto. Man muss halt den Van Grundaufbau und das Design generell mögen, wobei ich aber finde, dass es, zumind. in der aktuellen Version, eines der gelungeneren ist. Auch die Fahrleistungen sind absolut in Ordnung. Privat ist es halt nicht mein Typ Fahrzeug, aber Traumautos sind ja sowieso immer die, die man nicht fährt.